Gibraltar 2

2 August, 2010 | Kategorie: Segeln 2009 | noch keine Kommentare

Letzten Mittwoch sind wir in Cascais Richtung Mittelmeer gestartet. Natürlich gab es keinen Nordwind, von den 100 Meilen bis Kap Vinzente mußten wir 60 motoren. Dafür gab es Sonnenschein und angenehme Temperaturen.

Donnerstag nachmittag fiel dann dichter Nebel mit Sichtweiten um die 200 Meter ein. Kap Vincente sahen wir erst als wir schon fast vorbei waren, zuerst fiel uns die Brandung auf, wenig später konnte man die Felsen durch den Nebel sehen. Jetzt frischte auch der Wind auf und blies uns um Ecke, gleich darauf hob sich der Nebel. Wir ankerten drei Kilometer östlich des Kaps in einer geschützten Bucht. Die nächste Etappe führte uns über Nacht immer die Küste entlang nach Osten bis zur Mündung des Guadalquivir.Ein paar Meilen bevor wir den Guadalquivir erreichten, hatten wir einen Biss an der Angel. Eine Makrele, ich warf auch die zweite Leine aus und innerhalb von 10 Minuten fingen wir abwechselnd insgesamt neun Makrelen. Willkommene Abwechslung in der Bordküche. Wir hatten Glück, als wir die Mündung erreichten lief gerade die Flut den Fluß hinauf und schob uns auf einen sicheren Ankerplatz vor dem Strand der Cota Donana. Die Cota Donana ist ein Naturschutzgebiet das die Feuchtgebiete des Guadalquivir und einen 50 km langen Dünenabschnitt am Atlantik umfasst. Abends gab es dann gebratene Makrelen mit Erdäpfeln und Gurkensalat. Gleich am Morgen gingen wir an Land, um die Gegend zu erforschen, was uns aber bald durch Millionen Gelsen verleidet wurde. So spazierten wir nur ein Stück in den Wald und dann am Strand entlang, bis wir wieder unser Dingi erreichten. Genau zu Mittag lichteten wir wieder den Anker, um mit der Ebbe aus dem Guadalquivir zu fahren. Abends erreichten wir Sancti Petri, eine Ortschaft die an einer großen Lagune liegt. Mit viel Bauchweh passierten wir die Sandbarre zur Lagune, zweimal streiften wir kurz den Grund. Drinne war es dann acht bis zehn Meter tief, hunderte Boote lagen vor Anker. Endlich fanden wir ein freies Fleckchen für unser Boot, um 22:30 fiel unser Anker.
Heute brachen wir um acht Uhr auf, die Ebbe hatte gerade begonnen, wo wir gestern abends streiften, war heute genug Wasser unter dem Kiel. Mit Motorsegeln erreichten wir Kap Trafalgar, wo Nelson die Franzosen besiegte. Danach war der Wind ganz aus, allerdings wurde die Strömung Richtung Gibraltar immer höher, nachmittags betrug sie schon über einen Knoten. Um halb sieben passierten wir Kap Tarifa mit einlaufender Flut. Die Strömung wurde immer stärker, phasenweise fuhren wir mit sieben bis acht Knoten über Grund, drei Knoten mehr als durchs Wasser. Sabina briet uns die restlichen Makrelen, die wir zwei Tage zuvor gefangen hatten. Erst als wir in die Bucht von Gibraltar einliefen lies die Strömung nach. Kurz nach 22h ankerten wir fast an der gleichen Stelle wie vor elf Monaten, bevor wir auf den Atlantik hinausfuhren.

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