In der Werft Teil 2

8 Juni, 2009 | Kategorie: Segeln 2009 | 1 Kommentar

In der Werft Teil 2

Schweren Herzens habe ich gestern 4 Löcher in den Rumpf gebohrt, um die Erdungsplatten für die Funkanlage zu montieren. Sicherheitshalber haben wir noch Zweikomponentenepoxi von Innen unter die Dichtungen geschmiert, damit es auch wirklich dicht ist. Die Erdungsplatten werden für die Amateurfunkanlage gebraucht. Auch der automatische Antennentuner hat seinen Platz in der Backskiste (Staufach unter den Sitzen im Cockpit), unmittelbar untern dem Antennenanschluss gefunden.

Abends war dann unser Bootsnachbar Hans zum Essen bei uns, er hat den halben Nachmittag damit verbracht, die Edelstahlkausch in das neue Genuafall einzuspleissen. Hans segelt schon über 40 Jahre, er erzählt uns dass er dabei war, als Wilfried Erdmann in den Sechzigern in Helgoland einlief nach seiner Weltumsegelung als erster Deutscher. Niemand hat damals geglaubt das er wirklich mit dem 7,5 m Boot von Kapstadt bis Helgoland Nonstopp gesegelt war.

Mittlerweile ist das Wetter hochsommerlich geworden, wir teilen uns die Arbeiten so ein, dass wir möglichst im Schatten sind. Dabei habe ich Sabina abgelichtet, wie sie ihren Wäschestampfer ausprobiert. Ich war ja skeptisch, aber das Ding scheint zu funktionieren. Wir sind mit dem Auto noch ein letztes Mal einkaufen gefahren. Abends sind wir das erste Mal seit unserer Ankunft wieder in Korfu Essen gegangen, es war ein Genuss gemütlich durch die Gassen zu schlendern, ohne etwas besorgen zu müssen. In einem mit Palmen bestandenen Innenhof mit blühenden Topfpflanzen haben wir ausgezeichnet gespeist. Ungewohnt war das Weckerstellen am Abend, den heute ist Sabina nach Hause gefahren, um Christl’s Auto zurückzubringen. Sabina war leicht nervös als ich gemeint habe, wir fahren zum Hafen, wenn wir die Fähre kommen sehen. Kurz nach halb Sieben hat sie es nicht mehr ausgehalten und wir sind zum Pier gefahren. Natürlich noch weit und breit keine Fähre. Erst eine halb Stunde später läuft sie ein Ich fotografiere Sabina noch beim Reinfahren, Dienstag kommt sie ja wieder. Was ich mir alles vorgenommen habe heute zu erledigen, statt dessen sitze ich am Nachmittag gemütlich bei Spiros und seinen Freunden und vertilge teuflisch scharfe Spagetti mit Oktopus und fangfrischen gegrillten Fisch. Dazu gibt es Wein aus dem Plastikkanister, der sagenhaft schmeckt, selbstgemacht von einem seiner Freunde.

Madaris ist jetzt wirklich voll. Bereits heute habe ich festgestellt gestern wieder etwas vergessen zu haben, ab jetzt heißt es alle Besorgungen zu Fuß zu erledigen, zum Ship Chandler sind es eine halbe Stunde hin und eine Halbe zurück. Morgen wird sowieso ein Tag der Fußmärsche, auch der restliche Stoff für die Sitzbezüge ist abzuholen, natürlich am anderen Ende der Stadt.

1 Kommentar »

  1. Ich würde sagen:
    Geniesse die Fussmärsche ! Du wirst sie in den weiten des Meeres noch sehr vermissen ! ;-))

    Kommentar by S.C. — Juni 9, 2009 #

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