Überfahrt zu den Bermudas

2 Juni, 2010 | Kategorie: Segeln 2009 | 1 Kommentar

Wir sind Samstag den 22. Mai von Guana Island aus nach Norden gestartet. Die ersten Tage hatten wir eher wenig Wind, unsere Tagesetmale betrugen zwischen 70 und 80 Meilen.

Am Mittwoch hat uns ein dreistündiger Sturm aus Norden überrascht,wir konnten gerade noch das Großsegel herunternehmen, als wir die Genua bergen wollten, war der Wind bereits so stark, dass sich die Genua so eng um die Reffanlage gewickelt hat und am Ende der Reffleine noch ein Drittel der Genua herausen war. Ein breiter Riss am Unterliek war die Folge. Al s der Wind dann nachließ ,konnten wir sie ganz bergen und haben sie an der Reffanlage festgebunden. Nach drei Stunden war der Spuk vorbei und wir konnten wieder auf Nordkurs gehen. Statt der Genua haben wir am zweiten Vorstag die Fock gesetzt. Der Wind war stärker geworden, die Geschwindigkeit war trotz kleiner Segelfläche höher als an den vergangenen Tagen. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag erwischte uns dann ein weiterer stürmischer Wind aus Nordosten, wir liefen dann ohne Segel vor dem Wind nach Südwesten ab. Damit wir nicht zu viele Meilen verloren, brachten wir 100 Meter Trosse aus, was unsere Fahrt ein wenig bremste. Erst am Freitag abend flaute der Wind soweit ab, dass wir unseren Kurs auf Nordwesten ändern konnten. Samstag segelten wir den ganzen Tag am Wind wieder in Richtung Bermudas. Sonntag morgen bemerkte Sabina ein lockeres Achterstag auf Madaris. Wir sahen den Topbeschlag des Mastes nach Backbord hängen, er hatte sich von der Mastspitze gelöst. Der Wind war ohnedies so weit abgeflaut das Segeln nicht mehr möglich war. So starteten wir den Motor und setzten den Kurs auf die Hafeneinfahrt von Georgetown Harbour ab. Noch 200 Meilen bis Bermuda. In der nächsten Nacht ging der Motoralarm an, die Kühlwassertemperatur war zu hoch. Was nun? Ich tippte auf eine kaputten Impeller in der Wasserpumpe, obwohl ich erst zwei Wochen vorher einen Neuen eingesetzt hatte. ALs ich den Schlauch zur Wasserpumpe abzog, kam kein Wasser. Der Ansaugstutzen musste also verstopft sein. Da ich keine Lust hatte im Finstern unter das Schiff zu tauchen, nahm ich den Abwasserschlauch des Küchenwaschbeckens herunter und montierte von hier eine Schlauchverbindung zur Wasserpumpe. Anstarten, es funktionierte reibungslos. Schön langsam reichten uns die Schadensfälle. Am letzten Tag riss dann noch das Großfall ab, nun konnten wir wenigstens das Großsegel herunternehmen, was vorher nicht möglich war. Am Mittwoch um ein Uhr früh erreichten wir die Hafeneinfahrt nach Georgetown. Nach dem Einklarieren ankerten wir neben der Sanuk 2, von Eva und Josef, die bereits einen Tag zuvor auf den Bermudas angekommen waren und die letzten Tage über Funk mit uns in Verbindung standen, damit sie uns im Notfall helfen könnten.  Jetzt werden wir uns auf die Suche einer Reparaturmöglichkeit für unser Schäden machen und uns ein wenig die Bermudas anschauen.

1 Kommentar »

  1. Na heftig ! Kann dir Nachfühlen wie unheimlich lustig diese Schäden unterwegs sind. Zum Glück bist du ein begnadeter „Schrauber“
    Weiterhin alles gute !
    Wir segeln ja „nur“ nach Menorca.

    SC

    Kommentar by S.C. — Juni 9, 2010 #

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