Von Olbia bis Stintino

13 August, 2009 | Kategorie: Segeln 2009 | 3 Kommentare

 

Ich hatte einen frühen Flug von Wien nach Olbia, sodass ich bereits um halb Zehn vormittags wieder bei Bina am Schiff war. Na ja ,eigentlich fand ich sie am Nachbarschiff wo sie gemütlich beim Frühstück saß. Ich hatte einen ganzen Rucksack voller Bücher mitgebracht, die mussten erst einmal verstaut werden. Danach wurde der regionale Supermarkt geplündert, wir benutzten das erste Mal unsere zusammenlegbare Karre mit Klappboxen. Danach noch zweimal zur Tankstelle und dreimal zum Wasserhahn, wir waren auslaufbereit. Doch es war bereits abends, so beschlossen wir erst am nächsten Morgen zu starten. Außerdem hatten wir Marco, dem Hafenfaktotum versprochen ihm beim Austauschen seiner Unterwanten zu helfen.

Am nächsten Morgen noch ein letzter Sprung zum Supermarkt, dann liefen wir aus. Vorbei am neuen Fährhafen und den zahlreichen Muschelbänken ging es durch das enge Fahrwasser nach Osten. Zwei Fähren passierten uns keine zwanzig Meter entfernt. Wir ankerten bereits am Vormittag bei der Isole di Porri. Der Motor hatte mucken gemacht, der Treibstofffilter musste gereinigt werden. Nach der Arbeit das Vergnügen, den Sprung ins türkisfarbene Wasser teilten wir mit zahlreichen anderen Bootsbesatzungen. Überhaupt merkte man jetzt die Hochsaison stark, so viele Motorboote, Motoryachten, Schlauchboote und Segelyachten wie an der Costa Smeralda hatte ich noch nie gesehen. Doch am späten Nachmittag suchten die Meisten wieder eine der umliegenden Marinas auf.

Zeitig am Morgen brachen wir auf, während ich den Anker aufholte startete Sabina den Motor. Doch der starb wieder ab bevor ich den Anker oben hatte und ließ sich nicht mehr starten. Nach zwei Stunden hatten wir den Fehler endlich beseitigt, der gereinigte Treibstofffilter saß nicht richtig auf der Dichtung, natürlich an der Stelle, die nicht einsehbar war und zog dort Luft, wodurch der Motor abstarb. Ein letztes Entlüften dann lief er wieder. Während wir Kurs auf Capo Figari nahmen, warf ich die Schleppangel aus. Keine fünf Minuten später spannte sich der Gummistropp, der die Leine kontrolliert, Sabina holt die Leine ein und eine Makrele hängt dran. Allerdings nur eine Einpersonige. Wir warfen die Angel wieder aus, abends wurde die Makrele dann mit einigen Beilagen aufgepeppt, sodass wir beide satt wurden. Gleich nach dem Capo Figari konnten wir die Segel setzen, fuhren außen um alle Inseln und Inselchen herum, um dem Seegang zu entgehen, der von den zahlreichen Motoryachten verursacht wurde. In jeder Bucht konnte man mehrere Superyachten sehen, einige davon sicher über hundert Meter lang. Am späten Nachmittag liefen wir in Porto Palma auf der Insel Caprera ein und ließen uns ins kühle Nass fallen. Am nächsten Vormittag erkundeten wir zu Fuß einen Teil der Insel, bis uns die Hitze wieder aufs Boot trieb. Abends liefen Matthias und Reini mit der Coco II in die Bucht ein. Matthias überstellte gerade sein neues Boot von England an die obere Adria und wollte uns bei der Inbetriebnahme unserer Amateurfunkanlage helfen. Er lötete die Stecker neu auf das Antennenkabel und ergänzte ein Verbindungskabel zwischen Modem und Funkgerät. Dann zeigte er uns wie man das Funkgerät über den Laptop steuert, Positionsmeldungen erstellt und E-Mail verschickt. Leider hat das Verschicken dann nicht wirklich geklappt, ich muss die Erdung der Funkanlage noch verbessern. Allerdings habe ich es einen Tag später doch geschafft Verbindung mit einem skandinavischen Funker zu bekommen.

Jetzt ankern wir gerade in Stintino, das wie gestern Abend erreichten und warten auf günstigen Wind, der uns nach Menorca bringen soll. Gestern haben wir den nördlichsten Punkt unserer geplanten Reise passiert, ab jetzt geht es zumindest bis Weinachten nur noch Richtung Süden und Westen

3 Comments »

  1. !!! DANKE für das neue Bilderfutter, wir waren ja schon ganz verhungert :-))) !!! Man möchte ja nicht glauben wie sich die Landschaft verändert auf so – relativ gesehen – kurze Entfernungen, ist ja alles im Mittelmeer. Das ganze Weiß in Griechenland und jetzt auf Sardinien diese roten und gelben Felsen immer. Ich freu mich jedenfalls daß Ihr das alles seht !

    Comment von christine — August 13, 2009 #

  2. He Martin, du bist ja voll schnell mit der Route – Stintino ist schon drin !!!

    Comment von christine — August 13, 2009 #

  3. *seufz*…. würde mich jetzt auch gerne ins kühle nass werfen, aber ich sitz im büro und klopf was in den compi :o(( auf alle fälle schön, dass es euch gut geht und bei euch alles roger ist. liebe grüsse aus wien!

    Comment von Patrizia — August 18, 2009 #

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