Antigua

8 Februar, 2010 | Kategorie: Segeln 2009 | 1 Kommentar

Am 31.Jänner, nachmittags um halb Drei, brachen wir von Guadeloupe nach Antigua auf. Wir wollten eigentlich erst am nächsten Morgen fahren, aber der Passat hatte gerade eine südliche Komponente und wer weiß wie am nächsten Tag der Wind weht.
38 Meilen lagen vor uns bis zum Sonnenuntergang hatten wir bereits die Hälfte hinter uns, der Halbwindkurs bescherte uns um die fünf Knoten Geschwindigkeit. Um zehn Uhr am Abend erreichten wir die Einfahrt nach English Harbour. Überall ankernde Schiffe, erst ganz hinten wo es nur mehr zwei Meter tief war konnten wir unseren Anker auf einen freien Platz werfen. Dafür lagen wir hier völlig ruhig. Da es schon so spät war verschoben wir das Einklarieren auf den nächsten Tag.
Schon um 9h waren wir bei Customs und Immigration, ich musste fest aufdrücken, damit auch der vierte Durchschlag lesbar war. Dann noch zur Port Authority – 90 Ec für das Ankern in English Harbour. Danach erkundeten wir die über 200 Jahre alten Anlagen. Die Marina in English Harbour ist in den restaurierten Gebäuden der englischen Kolonialverwaltung untergebracht, Lord Nelson, der von Trafalgar, hatte hier zehn Jahre das Oberkommando. Die Leute damals müssen viel kleiner gewesen sein, im Supermarkt konnte nur Sabina aufrechten Hauptes durch die Regale wandeln, ich beugte mein Haupt vor den niedrigen Deckenbalken. Wir merkten gleich, dass wir auf einer ehemaligs britischen Insel waren, Brot gab es nur im Plastiksackerl, damit es gleich letschert und ungenießbar wird. Wie sie das wohl in der Vorplastikära bewerkstelligt haben? Hier liegen nur vierzig Meilen zwischen kulinarischen Antipoden. Auf den französischen Inseln ist das Brot sogar zwei Tage nach dem Kauf noch knusprig.
Am dritten Februar brach ich zu Mittag auf, um Iris, meine Tochter, vom Flughafen abzuholen. Zuerst mit dem Bus nach St. John, der Inselhauptstadt, dann mit einem anderen Bus zum Flughafen. Die Busse hier sind eigentlich Kleinbusse mit 8 – 20 Sitzplätzen, es steht keine Nummer drauf und auch nicht wohin er fährt. Dafür gibt es an den größeren Umsteigestellen uniformierte Ladys, die einem sagen mit welchem Bus man wohin kommt.“You must take the white bus, with green and yellow stripes“. Damit ich ihn nicht versäume, tätschelt sie mir das Knie und weist mich auf den einfahrenden Bus hin. Bus fahren ist billig ich zahle für beide Fahrten 6,5 Ec (East Carribean Dollar), ungefähr 1,7 €, für immerhin 20 Kilometer. Auch mit den Haltestellen nimmt es keiner so genau, wenn der Bus vorbeikommt hebt man die Hand, damit er stehenbleibt. Beim Flughafen komme ich rechtzeitig eine halbe Stunde vor der Landung an. Allerdings muss ich noch eine viertel Stunde gehen bevor ich beim Gebäude bin. Anzeigetafel? – Fehlanzeige, nur der Hinweis sich nicht vor dem Ausgang aufzuhalten. Sitzbänke? – Fehlanzeige! Also mache ich es wie einige andere Wartende und setze mich in die Wiese gegenüber dem Ausgang. Eine halbe Stunde später landet ein Flugzeug. Ich warte. Eine halbe Stunde, eine Stunde, immer wieder kommen Grüppchen von Leuten aus dem Gebäude. Da bekomme ich eine SMS von Iris, sie ist da es wird aber noch eine halbe Stunde dauern.
Endlich kann ich sie begrüßen. Als ich die Reisetasche anhebe, ist die Fahrt zurück mit dem Bus gestorben, also ein Taxi. Davon gibt es jede Menge. Einsteigen und Abfahren? – Fehlanzeige. Zuerst muss man zu einem Schalter, dort bekommt man ein Papier mit dem Zielort und dem Preis, Eine Kopie bekommt der Taxifahrer, der sucht dann seine Fahrgäste zusammen, deren Zielorte in der gleichen Richtung liegen. Trotzdem zahlt jeder der Gruppe den vollen Preis. Kein schlechtes System, zumindest für die Taxifahrer. In unserem Fall bekommt er immerhin dreimal 82 EC, ungefähr 65€.für eine Fahrt. Kurz vor Sonnenuntergang holt uns Bina mit dem Schlauchboot ab. Insgesamt 26 Stunden war Iris unterwegs, kein Wunder wenn sie bereits um acht in der Koje schläft.
Der nächste Tag, trüb und regnerisch, wir beschließen noch einen Tag hier zu bleiben, besorgen noch ein paar Sachen aus dem Supermarkt und Sprit für den Außenborder. Doch am folgenden Tag klappt es, um zehn reißt es auf, die Sonne scheint, wir setzen die Segel und segeln vier Meilen in die Carlisle Bay. Der Nachmittag vergeht mit schwimmen und schnorcheln. Am nächsten Tag segeln wir weiter die Südküste entlang nach Westen bis Pelikan Island, schwenken nach Norden und erreichen bereits zu Mittag die Five Islands Bay, wo wir neben einer englischen Moody den Anker werfen. Den Nachmittag verbringen wir am Strand mit Muschel und Schneckenhäuser sammeln.
Heute sind wir in die Deep Bay weitergesegelt, hier bleiben wir bis morgen Früh, wo wir nach St John weiter wollen Am Markt wollen wir frisches Obst einkaufen, auch der Dieseltank gehört wieder aufgefüllt.

1 Kommentar »

  1. Wann seid ihr denn wieder in der Nähe von einem Flughafen und habt eine Koje frei ?
    Ich bin bereit ;-))))
    SC

    Kommentar by sc — Februar 10, 2010 #

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