Der Kvarner zeigt die Zähne

8 Oktober, 2010 | Kategorie: Segeln 2009 | noch keine Kommentare

Nach unserem letzten Bad im Meer verbrachten wir eine ruhige Nacht und starteten zeitig in der Früh Richtung Istrien. Weil der Wind aus nördlichen Richtungen blies, hielten wir uns an der Küste von Losinj und gingen nicht auf den direkten Kurs nach Istrien, eine gute Entscheidung wie sich noch herausstellte.

Angesagt waren zehn Knoten aus Nordost, aber wir wissen ja bereits wieviel Windvorhersagen wert sind. Zwischen Unije und Losinj frischte dann der Wind immer mehr auf, erreichte Spitzen bis 30 Knoten, die Wellen eineinhalb Meter hoch, kamen genau von vorne. Eine Meile bevor wir das Nordkap von Unije runden konnten tauchte die Frage auf: „Warum tuen wir uns das an?“ Wir wendeten, und liefen in eine geschützte Bucht auf Unije ein. Hier war das Wasser glatt, der Wind pfiff zwar über die Bucht aber die Sonne strahlte vom Himmel und wir hatten noch den ganzen Nachmittag vor uns. Weit und breit kein anderes Boot. Wir schauten uns einen Videofilm an, den wir noch nicht gesehen hatten und abends gab es die letzten Spaghetti . Kurz vor dem Schlafen gehen pfiff der Wind noch immer im Rigg.

Um 4h früh wachte ich auf, das Pfeiffen hatte aufgehört, ich fragte Sabina: „Schläfst du?“ „Nein, ich bin auch munter“, „Fahren wir“. Gut, dann nichts wie los. Anders als in den letzten Tagen war das Deck staubtrocken, die Bora hatte kalte trockene Luft gebracht. Die Sterne funkelten vom kristallklaren Himmel.

EIne Stunde später rundeten wir das Nordkap von Unije und nahmen Kurs auf Hrid Porer, den Leuchtturm an der Südspitze Istriens. Mit Genua und Groß machten wir 4,5 Knoten, doch das blieb nicht lange so. Nach fünf Meilen, fuhren wir mit dem zweiten Reff im Groß und einer auf wenige Quadratmeter eingerollten Genua mit 6 Knoten durch die Nacht. Madaris hatte immer wider bis zu 30 ° Schräglage, weil die Wellen genau von der Seite kamen. Endlich ging die Sonne hinter uns über Losinj auf, noch 6 Meilen bis Istrien. Der Wind drehte immer mehr auf Ost, unser Glück, so konnten wir nach dem Passieren von Hrid Porer gleich nach Norden schwenken und kamen nach zehn Minuten in die Wellenabdeckung von Istrien.

Um 9h ankerten wir in der Bucht Baltana bei Banjole. Es gab ein nettes Frühstück, damit die Lebensgeister wieder erwachten. Bis zum Nachmittag segelten wir dann noch bis Rovinj und ankerten südlich der Marina. Wir bummelten noch durch das saubere Städtchen, besichtigten den lokalen Blumenmarkt. Leider waren die Geschäfte schon alle zu, sodaß wir den Einkauf auf heute morgen verschieben mussten.

Nun sind es nur mehr 45 Meilen bis zur Marina von Marano Lagunare, wo wir Sonntag Mittag unsere Reise beenden werden.

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