Nach Sardinien

30 Juli, 2009 | Kategorie: Segeln 2009 | noch keine Kommentare

Kurz vor Sonnenaufgang verlassen wir Reggio de Calabria und motoren zum nördlichen Ausgang der Straße von Messina. Man muss sehr aufpassen, denn die ununterbrochen zwischen Kalabrien und Sizilien verkehrenden Fähren haben absolutes Wegerecht. Nachdem wir dem Fährhafen Villa San Giovanni passiert haben, kommen wir in das Gebiet von Skylla und Charybdis, zweier Meeresstrudel, die schon Odysseus beinahe zum Verhängnis geworden wären.  Hier mischt sich das Wasser aus dem ionischen und dem thyrenischen Meer und wird zusätzlich von Ebbe und Flut beeinflusst. Bis zu einem Erdbeben 1783 gingen hier wirklich Schiffe verloren.

Seit damals ist die Situation durch den verschobenen Meeresboden weitgehend entschärft. Wenn Wind gegen Strom steht, entstehen auch heute Wasserwirbel die schon aus der Entfernung gut zu sehen sind. Und auch wir könne uns diesem Einfluss nicht entziehen. Kurz bevor wir die Sizilianische Landzunge passieren bemerken wir das wir nicht weiterkommen. Die Logge zeigt 6 Knoten Fahrt durchs Wasser, am alten Strommast, der auf der Landzunge steht erkennen wir das wir kaum vorwärts kommen. Erst eine halbe Stunde Vollgas bringen uns die nächsten paar hundert Meter vorwärts bis wir endlich im thyrenischen Meer sind. Ein leichter Nordost treibt uns Richtung Stromboli. Um die Mittagszeit spielt eine Schule Delfine vor dem Bug. Manche legen sich auf die Seite, um uns genauso zu beobachten, wie wir sie. Die Halbwüchsigen zeigen was sie können, springen hoch aus dem Wasser, drehen sich dabei um die eigene Achse. Fast eine viertel Stunde bleiben die Delfine beim Boot, bevor sie uns zurück fallen lassen . Längst ist der Wind wieder eingeschlafen und wir motoren auf den schon deutlich sichtbaren Stromboli zu. Zwischen Panarea und Stromboli kommt wieder Wind auf, der aber nach einer Stunde wieder einschläft. Die ganze folgende Nacht kommt der Diesel nicht zur Ruhe, ich tanke 20 Liter nach, für die ganze Strecke nach Sardinien wird der Treibstoff jedoch sicher nicht reichen. Am zweiten Tag tanken wir nochmals nach, die Kanister sind leer. Da kommt Südwind auf, wir setzen Parasail und Groß, der Südwind treibt uns den ganzen Tag Richtung Westen. Das Highlight des Tages ist ein Wal der ca 100m  von uns entfernt seines Weges zieht. Abends schläft der Wind ein, bald darauf beginnt es leicht aus Westsüdwest zu wehen. Dieser Wind hält die ganze Nacht und den nächsten Vormittag an, bevor er immer weiter nach Norden dreht. Ab Mittag dreht der Wind regelmäßig, die Wellen laufen durcheinander es gibt aus den unterschiedlichsten Richtungen Winde für wenige Minuten bis zu eineinhalb Stunden. Da das Boot fürchterlich schlingert sind wir beide ziemlich genervt, doch Abends hat Äolus mit uns erbarmen, ein stetiger Wind schiebt uns weiter nach Sardinien. Am Morgen ist die Küste deutlich zu sehen, doch weitere Winddreher lassen uns bis am Abend Segel bergen, Segel setzen, Motor starten und beenden. Wir sind ziemlich fertig, abends ankern wir vor einem Dünenstrand und sie froh, das der Wind nicht erneut auffrischt,

Am fünften Tag motoren wir die Küste entlang bis zu einer geschützten Bucht in der Nähe von Porto Brandinghi, abends kommen meine Tochter Iris und Christian ihr Freund zu uns an Bord. Zu viert verdrücken wir den Thunfisch, den wir gefangen haben,  mit Erdäpfeln und Salat. Zu viert bekommen wir ihn gerade weg.

Mittwoch segeln wir noch gemeinsam zu einem netten Badeplatz. Am späteren Nachmittag trennen sich unserer Wege wieder, sie bleiben am Strand bei ihrem Auto zurück, während wir uns auf den Weg nach Olbia machen. Wir bekommen einen Liegeplatz direkt neben dem Coastguard Boot. Sabina wir hier eine Woche auf das Boot aufpassen, weil ich wegen eines Todesfalls in der engeren Familie nach Wien zurück musste. Diesen Bericht stelle ich bereits in Wien online. Nächsten Donnerstag fliege ich zurück nach Olbia, Bina wird währenddessen fleissig fotografieren.

 

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