Überfahrt nach Italien

30 Juli, 2009 | Kategorie: Segeln 2009 | noch keine Kommentare

 

David ist Samstag zu Mittag nach Wien geflogen. Wir verstauen das Schlauchboot an Deck für die kommenden Tage werden wir es nicht brauchen. Ein leichter Südostwind treibt uns am alten Fort vorbei, frischt auf, wir setzen unser Parasail und segeln auf die Meerenge zwischen Korfu und Albanien zu. In der Meerenge liegen einige schöne Badebuchten an der Küste Korfu´s. Wir umrunden das Nordostkap segeln an Kassiopi vorbei, bis der Wind einschläft. Unter Motor geht es die Nordküste entlang Richtung Westen. Hier liegen die drei nördlichsten Inseln des ionischen Meeres. Othonoi die westlichste ist unser heutiges Ziel. Gegen Abend kommt leichter Nordwest auf, die letzten paar Meilen setzen wir wieder die Segel. Kurz nach Sonnenuntergang erreichen wir den kleinen Hafen der Insel. Wir ankern als drittes Schiff in der kleinen Bucht.

In der Nacht kommt Nordwestwind auf der Madaris immer wieder an der Ankerkette zerren lässt. In der Früh beschließen wir einen Ankertag einzulegen, zu kräftig bläst der Nordwest über den Inselkamm. Mit Hilfe unseres neuesten Ausrüstungsgegenstandes, einer Fliegenklatsche bekommen wir das Schiff bald Fliegen frei. Der Windmesser zeigt immer wieder Böen bis zu 35 Knoten an. Das warme Wasser ist längst aus der Bucht rausgeblasen, so bleiben wir den ganzen Tag an Bord. Montag Vormittag geht es dann los, der Windmesser zeigt nur mehr Geschwindigkeiten um die 15 Knoten an, genau richtig. Als wir um die Südwesthuk der Insel segeln rollen mächtige Wellen Richtung Süden. Wir reffen die Genua, der Wind schiebt uns Richtung Italien. Zu Mittag kann ich über UKW Funk den italienischen Wetterbericht empfangen, Gale Warning (Sturmwarnung) für das nördliche ionische Meer und die Strasse von Otranto. Wir haben noch dreißig Meilen bis zur italienischen Seite. Ich stelle die Windfahne neue ein,wir laufen schräg vor dem Wind Richtung Südwesten ab. Immer wieder zeigt die Logge Geschwindigkeiten über 7 Knoten an. Erst gegen Abend lässt der Wind etwas nach. Sabina hat mehrmals Poseidon gespendet, ich habe es bisher vermieden, weil ich nicht runter gegangen bin. Der kräftige Wind treibt uns in der Nacht bis vor Crotone, wir beschliessen weiter nach Rochella Ionica zu segeln, der Wind ist jetzt gerade richtig und die Wellen gehen schön langsam zurück. Gegen 18h schläft der Wind ein, wir motoren das letzte Stück, um 22h fällt der Anker vor Rochella Ionica in den Sandgrund. Endlich ausschlafen! Wir fallen in die Kojen.

Gleich nach Sonnenaufgang lichten wir den Anker, unter Motor geht es Richtung Strasse von Messina. Kurz kommt Wind auf, als wir beide Segel gehisst haben, schläft er kurz darauf wieder ein. Also alles wieder einpacken. Gegen Mittag runden wir Kap Spartivento, am Ufer Sandstrände, kleine Städte Maccie. Wir runden gerade Capo dell Armi, als uns ein auffälliges Wasserfahrzeug entgegenkommt. Erst im Näherkommen identifizieren wir es als Thunfischfangboot, wie es in unserem Segelführer beschrieben ist. Auf einem Fischerboot ist ein zwanzig Meter hoher Mast befestigt in dem zwei Mann als Ausguck postiert sind. Vorne am Boot ist ein bis zu dreissig Meter langer Ausleger, an dessen Spitze der Harpunier steht. In der Theorie sollen die Thunfische an der Oberfläche schlafen, vom Ausguck entdeckt werden und vom Harpunier erlegt werden bevor sie bemerken, was los ist. Wir haben drei solcher Boote mehrere Stunden beobachtet, gefangen hat keines etwas. Auch wir schleppen auf längeren Strecken eine Angelleine hinterher, bisher vergeblich.

Kurz bevor wir Reggio de Calabria erreichen, bekommen wir noch den gefürchteten Nordwind auf die Nase. Als wir den Hafen endlich erreichen, ist das Boot komplett nass. Wir legen im Handelshafen an, gehen auf der vergeblichen Suche nach einem Internetkaffee eine Runde durch Reggio und gehen bald schlafen.

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