Von Sardinien nach Menorca

19 August, 2009 | Kategorie: Segeln 2009 | noch keine Kommentare

 

Wir verbringen noch einen Tag in Stintino auf Sardinien um unsere Vorräte und das Wasser zu ergänzen und Diesel aufzutanken. Am Nachmittag fahren wir dann los in Richtung Norden zur Fornellipassage um noch einen erholsamen und gemütlichen Badenachmittag an der Ostseite der Isola Piana zu genießen. Wir beschließen auch gleich an diesem Ankerplatz zu übernachten.

Soweit so gut. Eine Nacht durchschlafen vor der Passage nach Spanien kann ja nicht schaden. So hatten wir uns das jedenfalls vorgestellt. Aber daraus wird nichts. Mitten in der Nacht fängt unser Boot wie wild zu rollen an. Das passiert, wenn die Wellen quer zum Wind kommen und das Boot breitseits treffen. Vollkommen entnervt bringen wir um 3 Uhr Früh einen Heckanker aus um das Boot am drehen zu hindern. Nun treffen uns die Wellen von vorne und das Schaukeln hat ein Ende. Endlich kehrt wieder Nachtruhe ein und wir können noch ausschlafen.

Um 8 Uhr Früh gehen wir Anker auf und nehmen die Durchfahrt zwischen Isola Piana und Isola Asinara. Die herrschende Windsituation stimmt leider nicht mit der Vorhersage überein und wir können nicht so viel segeln wie erwartet. Zum Teil unter Parasail, aber auch unter Motor nehmen wir Kurs auf Menorca. Es ist heiß und die übliche Überfahrtsroutine stellt sich ein. Segel setzen, Segel bergen, Motor, starten Motor aus, Segel setzen, u.s.w… Lesen, essen, schlafen. Und natürlich werfen wir die Angel hinten raus. Ein Thunfisch könnte uns schon gefallen. Und wenige Minuten später haben wir den ersten ´´Biss´´. Aber der Fisch hakt sich nicht richtig fest und kommt frei. Unser Angelhaken ist etwas verbogen und Peter biegt ihn wieder gerade. Nach einem erfolglosen Angeltag holen wir am Abend die Leine ein. Am nächsten Morgen wiederholt sich das Spiel vom Vortag, da tausche ich den Haken aus und an der zweiten Angel den Köder. Statt einem Gummitintenfisch bringe ich einen Fisch aus Metall an. Aber alle Mühe war umsonst. Wir werden nicht belohnt und essen am Abend Peters Grießnockerlsuppe. Der zweite Tag auf See neigt sich dem Ende zu und wir schauen ob voraus schon Land in Sicht ist. Aber es ist noch zu weit und Menorca ist nicht hoch. Peter legt sich als erstes hin und ich übernehme die erste Ruderwach. Später löst er mich ab und ich gehe schlafen. Immer noch nichts in Sicht. Bei meiner zweiten Wache sehe ich endlich Menorcas Leuchtfeuer, aber es wird noch Stunden dauern, bis wir ankommen. Was aber gut ist, da wir in den uns unbekannten Hafen bei Dunkelheit nicht einlaufen wollen. Peter löst mich noch einmal ab und wir segeln bewusst langsam, mit wenig Segelfläche, um erst bei Tagesbeginn anzukommen. Etwa eine Seemeile vor der Einfahrt zur Cala de Addaya, an Menorcas Nord-Ostseite weckt er mich und wir segeln bei Tagesanbruch in die wunderschöne Naturhafenbucht ein. Wir erreichen das Ankerfeld neben dem Yachthafen und entsetzt frage ich mich ob wir da überhaupt noch einen Ankerplatz bekommen werden. Doch nachdem wir die Ankerlieger hinter uns lassen und noch etwas weiter in den schmalen Felscreek fahren macht sich wieder mal die Kleinheit unseres Bootes bezahlt. Über eine nur zwischen 1,5 und 2 Meter tiefe Stelle kommen die ´´Großen´´ einfach nicht drüber und wir haben dann ein großes Ankerfeld fast für uns alleine. Nach 47 Stunden Fahrt fällt unser Anker, wir sind in Spanien angekommen.

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